Uferbahn: Sanierung ist keineswegs gesichert

Print Print

Schmöckwitz (pm). Einige Stühle im Podium blieben bei der kürzlich veranstalteten Podiumsdiskussion um Uferbahn (Tram 68) leer. Die eingeladenen Vertreter von Senat und BVG waren nicht erschienen. Rund 60 Einwohner sowie Freunde der Uferbahn aus ganz Berlin waren in den Saal des Segelklubs Seddin gekommen, um mehr über die Sanierung und die Zukunft der Uferbahn zu erfahren. Sie nahmen mit Wohlwollen die einhellige Meinung der erschienenen politischen Vertreter von SPD, Linke, Grüne und FDP zur Kenntnis, die Strecke zu erhalten. Die Bürger erfuhren auch, dass die Sanierung der Uferbahn keinesfalls gesichert sei, wie in Presseberichten der vergangenen Wochen zu lesen war.

Bürger und Kommunalpolitik diskutierten über die Sanierung der Uferbahn. (Foto: Initiative Pro Uferbahn)

Bürger und Kommunalpolitik diskutierten über die Sanierung der Uferbahn. (Foto: Initiative Pro Uferbahn)

Vor allem blieben viele Fragen offen, weil die seit langem geladene Senatorin für Verkehr, Ingeborg Junge-Reyer (SPD), wie auch die Senatorin für Umwelt, Katrin Lompscher (Die Linke), ohne Angabe von Gründen nicht gekommen waren und auch keine Vertreter geschickt hatten. Die BVG sandte am Vormittag noch schnell eine freundliche Absage, betonte aber grundsätzlich ihre Gesprächsbereitschaft. „So geht man einfach nicht mit den Sorgen der Bürger um“, sagte Almuth Berger, Vorsitzende des Ortsvereins Schmöckwitz, der bereits vor einem Monat zu der Veranstaltung geladen hatte.

Im weiteren Verlauf der Diskussion wurde klar, dass bei der Beantwortung einer kleinen Anfrage im Berliner Abgeordnetenhaus Mitte Mai durch die Senatsverkehrsverwaltung der Eindruck vermittelt wurde, die Gelder für die Sanierung stünden bereit. Dem entgegen teilte die BVG zwei Wochen später einer Grünauer Bürgerin mit, der Senat würde darüber erst noch entscheiden. „Ich frage mich, ob das Parlament über die Arbeit der BVG bestimmt oder umgekehrt“, wunderte sich Sebastian Czaja von der FDP. Die Vertreterin der SPD, Ellen Hausdörfer, erklärte, entgegen der Aussage der Senatsverkehrsverwaltung habe die BVG sehr wohl den Bau einer teuren Betonwanne im Trinkwasserschutzgebiet beantragt. Viele Zuhörer hatten den Eindruck, dass in den entscheidenden Gremien wohl die rechte Hand nicht weiß, was die linke macht. „Ich bin hier hergekommen, um mehr über die vom Senat angekündigte Sanierung der Uferbahn zu erfahren. Ich weiß nun, dass offenbar noch nichts sicher ist“, sagte der Schmöckwitzer Heinz Lehmbäcker im Anschluss an die Veranstaltung.

Die Teilnehmer trugen Ideen zusammen, wie die Uferbahn attraktiver gestaltet werden kann. Sie forderten die gewählten Volksvertreter abschließend auf, dafür zu sorgen, dass fachliche Vertreter der Senatsverwaltung und der BVG noch vor den Wahlen den Bürgern auf einer Anschlussveranstaltung zum Thema Uferbahn Rede und Antwort stehen. Vor der entscheidenden Aufsichtsratstagung der BVG will die Initiative Pro Uferbahn, der auch der Ortsverein Schmöckwitz angehört, an den Aufsichtsratsvorsitzenden Dr. Ulrich Nussbaum, Listen mit mehr als 2.000 Unterschriften für die Sanierung der Uferbahn übergeben.

 

Print Print

Kommentare sind abgeschaltet.