Mehrere hundert Menschen demonstrierten in Schönefeld am Terminal A gegen Fluglärm und Nachtflug

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Gelassen nahmen die Fluggäste den Lärm der Demonstranten im Terminal hin, zeigten sogar Verständnis. (Foto: Jörg Levermann)

Gelassen nahmen die Fluggäste den Lärm der Demonstranten im Terminal hin, zeigten sogar Verständnis. (Foto: Jörg Levermann)

Schönefeld. Schätzungsweise 300 Menschen, nach Angaben des Veranstalters zwischen 500 und 600 Menschen, haben heute Mittag im Flughafengebäude am Terminal A in Schönefeld gegen Fluglärm und Nachtflug demonstriert. „Schönefeld muss Weg“, „Nachtflug weg“ und „wir sind das Volk“, riefen die Demonstranten unter ohrenbetäubenden Lärm von Trillerpfeifen und Topfdeckeln. Die Fluggäste, abreisende wie ankommende nahmen es gelassen, zeigten zum Teil Verständnis für den friedlichen Protest.

Zentrale Forderungen der Demonstranten waren ein striktes Nachtflugverbot von 22 bis 6 Uhr und die Beschränkung des künftigen Hauptstadtflughafens, der am 6. Juni 2012 eröffnet werden soll, auf einen regionalen Flughafen, so wie es im Planfeststellungsbeschluss festgelegt wurde. Erst vor wenigen Monaten hatte das Bundesverwaltungsgericht in Leipzig bestätigt, dass die derzeitige Regelung des nächtlichen Flugbetriebs rechtens ist. Demnach darf der Flugbetrieb in den späten Nachtstunden zwischen 23 und 0:00 Uhr sowie zwischen 5 und 6 Uhr mit begrenzten Flügen aufrecht erhalten werden. Lediglich zwischen Mitternacht und 5 Uhr herrscht am Flughafen Brandenburg Berlin – abgesehen von wenigen Regierungsmaschinen und Notfällen Ruhe.

Gemeinsamer Protest beschwört Solidarität von Menschen aus Schulzendorf, Zeuthen, Wildau und Königs Wusterhausen. Eichwalde fehlte auf diesem Transparent. (Foto: Jörg Levermann)

Gemeinsamer Protest beschwört Solidarität von Menschen aus Schulzendorf, Zeuthen, Wildau und Königs Wusterhausen. Eichwalde fehlte auf diesem Transparent. (Foto: Jörg Levermann)

„Wir alle wurden in den vergangenen Jahren über die zu erwarteten Belastungen systematisch getäuscht und hinters Licht geführt“, heißt es in einem Flugblatt, das die Demonstranten in deutscher, englischer und französischer Sprache an Reisende verteilten, um für Verständnis für ihre Sache zu werben. Die Protestaktion ist Teil einer bundesweiten Kampagne gegen Fluglärm. Auch in Frankfurt und München wurde demonstriert.

„Wir haben in Milano das gleiche Problem mit dem Fluglärm“, erzählte ein Fluggast aus Italien. Er verstehe den Protest der Menschen. Verständnis zeigte auch ein älteres Ehepaar aus Thüringen und hielt den Protest für durchaus legitim. Zwar hätten sie das Thema im RBB verfolgt, aber über den ursprünglich im Planfeststellungsverfahren empfohlenen Flughafenstandort Sperenberg wussten sie nichts.

Eine Angestellte eines Reisebüros erklärte, sie könne zwar die Menschen verstehen, die hier protestierten, empfand den lautstarken Protest aber auch ein wenig störend während ihrer Arbeit. Eine Angestellte in der Flughafengastronomie erklärte, sie könne den Protest nicht nachvollziehen. Er käme nun viel zu spät.

Plakativ zeigten einige Demonstranten ein Transparent, wonach die Menschen aus Schulzendorf, Zeuthen, Wildau und Königs Wusterhausen an einem Strang ziehen gegen Nachtflugverbot und Drehkreuzfunktion am Standort Schönefeld. Eichwalde fehlte auf dem Banner.

 

 

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