Vermutlich Rechtsradikale griffen Asylunterkunft an – Landrat Loge verurteilt den Anschlag

Die Fassade der Asylunterkunft in Waßmannsdorf wurde vermutlich von Rechtsradikalen besprüht. (Foto: LDS)

Die Fassade der Asylunterkunft in Waßmannsdorf wurde vermutlich von Rechtsradikalen besprüht. (Foto: LDS)

Schönefeld-Waßmannsdorf, Region (pm). In der Nacht vom Dienstag griffen unbekannte das Asysbewerberheim in Waßmannsdorf an. Sie besprühten die Fassade mit einem Hakenkreuz (1, 20 x 1,20) und den Schriftzug „Rostock ist überall – NW Berlin“. Mit dem Kürzel NW Berlin ist Nationaler Widerstand Berlin-Brandenburg gemeint. Die rechtsextreme Gruppe betreibt eine Website, die in den USA registriert ist. Die Adresse, auf die die Website angemeldet ist, verweist laut Google-Maps auf ein leeres Grundstück in Oceanside, Californien. Vermutlich ist auch der Name Tamrara Queen, Eigentümerin der Website, erfunden.

Neben den Farbschmierereien warfen der oder die Täter ein Fenster mit einem mit brauner Farbe gefüllten Glasbehälter ein. Eine junge Afghanin, die in diesem  Zimmer wohnt, kam mit dem Schrecken davon. Zum Glück wurde in der Asylunterkunft, in der rund 180 Menschen leben, niemand verletzt.

Mit dem Schriftzug wollten die Täter offensichtlich an den vor 20 Jahren verübten Brandanschlag auf ein Asylbewerberheim in Rostock-Lichtenhagen anspielen. Damals überfielen rechtsradikale am Tag danach unter dem Applaus umstehender Gaffer die Wohnungen vietnamesischer Vertragsarbeiter und ihrer Familien.

Noch am Dienstagnachmittag machte sich Landrat Loge selbst ein Bild von der Situation in dem vom Landkreis Dahme-Spreewald betriebenen Asylbewerberheim.  In Gesprächen mit den ausländischen Bewohnern drückte er sein Entsetzen aus und sagte den Betroffenen Unterstützung zu.

„Die Ermittlungen laufen. Wir stehen in engem Kontakt mit der zuständigen Polizeidirektion in Cottbus.“, sagte Loge. Er bestätigte, dass ein Zusammenhang zwischen den jüngsten rechten Angriffen in Berlin und dem nahen Brandenburger Umland geprüft werden. Als erhöhte Sicherheitsmaßnahme werde das Asylbewerberheim künftig intensiver von der Polizei beobachtet.

„Seit 20 Jahren ist dort nichts passiert. Das Heim ist sicher“, erklärte Schönefelds Bürgermeister Udo Haase gegenüber den Eichwalder Nachrichten. Die Grundstückszufahrt sei mit einem Tor, mit einem Stacheldrahtzaun gesichert und durch einen Wachdienst geschützt. Dennoch könne so etwas überall passieren. (jl mit eigenen Recherchen)


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