Jahreshauptversammlung: Feuerwehr kritisiert Sicherheitsmängel im Gerätehaus

Eichwalde. Zur Jahreshauptversammlung lud die Freiwillige Feuerwehr Ende Januar in das Gerätehaus in der Goethestraße 2 in Eichwalde ein. Bei dieser Gelegenheit zog der Wehrleiter René Schildberg eine Bilanz über die geleistete Arbeit des vergangenen Jahres. Zu der Veranstaltung wurden auch Bürgermeister Bernd Speer und die Gemeindevertreter von Eichwalde eingeladen. Während der Bürgermeister zu Gast war, schien das Interesse bei den Gemeindevertretern an der Arbeit der Freiwilligen Feuerwehr nicht besonders groß zu sein. Unter den Gästen fand man einen Gemeindevertreter und das von insgesamt 18. Das ist Entwicklungsbedürftig, bei der Freiwilligen Feuerwehr Eichwalde macht die Entwicklung jedoch große Fortschritte.

Wehrleiter René Schildberg (Mitte) zog Bilanz über die geleistete Arbeit des vergangenen Jahres. (Foto: Christian Dederke
Wehrleiter René Schildberg (Mitte) zog Bilanz über die geleistete Arbeit des vergangenen Jahres. (Foto: Christian Dederke

„Ich bin stolz auf die Entwicklung unserer Feuerwehr“, erzählt Bürgermeister Bernd Speer (parteilos) zu Beginn und bedankte sich für die geleistete Arbeit bei den ehrenamtlichen Kameradinnen und Kameraden.“ 50 Einsätze hatten die freiwilligen Helfer im Jahr 2016 gemeistert. Besonders erwähnenswert ist die Rettung von 13 Menschen aus Notlagen. Dazu kommt die Löschung von Bränden, Absicherung und Rettung bei Verkehrsunfällen, Beseitigung von Sturmschäden und Entfernung von Ölspuren auf den Straßen. Insgesamt 38 Kameradinnen und Kameraden waren rund 500 Stunden im Einsatz. Zudem sanken im Vergleich zu 2015 die Einsätze. Gleichzeitig schlossen die freiwilligen Helfer eine Ausbildung zum Beispiel zum Sprechfunker, Maschinisten oder Atemschutzgerätewart ab. „Wir schaffen es immer, ein Löschfahrzeug einsatzbereit zu halten, rund um die Uhr sieben Tage in der Woche“, erzählt Wehrleiter René Schildberg mit starker Stimme, und das ist nicht immer selbstverständlich.

Kameraden fordern Beseitigung von Sicherheitsmängeln und wollen neues Gerätehaus an anderem Standort

In einer anschließenden Fragerunde an die Verwaltung der Gemeinde Eichwalde und seinen Bürgermeister wurde die Problematik deutlich. Im Mittelpunkt standen die Sicherheitsmängel und die Problematik mit der begrenzten Anzahl von Parkplätzen für die privaten PKWs der Freiwilligen Feuerwehrleute am Gerätehaus. „Wir können nicht parken wenn wir zum Einsatz kommen“, sagt ein Kamerad, und ein weiterer Kamerad ergänzt: „Für 24 Einsatzkräfte gibt es im Höchstfall keine Parkplätze.“ Und bei einem Einsatz kommt es auf jede Minute an. Die man verliert, wenn ein Feuerwehrmann oder -frau lange nach einem Parkplatz für sein Fahrzeug sucht. Dazu kommen Sicherheitsmängel im Feuerwehrgebäude, die mit einem Berater der Feuerwehr-Unfallkasse, im Rahmen einer Besichtigung für ein Raumkonzept, im November letzten Jahres festgestellt wurden.

„Es gibt eine enge Zusammenarbeit zwischen Verwaltung und Feuerwehr, um Lösungsvorschläge zu finden. Zudem arbeitet eine Arbeitsgruppe in der Verwaltung an Lösungsvorschlägen“, so Bürgermeister Bernd Speer und ist sich der Problematik wohl bewusst: „Der Standort war ein Kompromiss und ist ein Kompromiss.“ Im Haushaltsplan 2017 werden finanzielle Mittel zu Verfügung gestellt, dazu kommen Fördergelder. Jedoch muss der längst fällige Haushaltsplan erstmal verabschiedet werden. Das soll auf der nächsten Gemeindevertretung am 21. Februar erfolgen. Aber auch wenn Gelder zur Verfügung stehen, werden die Missstände erst 2018 aufgehoben.

„Kein Kompromiss bei Sicherheit der Kameraden“

„Hier muss sich etwas ändern. Der Standort war ein Kompromiss. Aber wir gehen keinen Kompromiss bezogen auf die Sicherheit der Kameraden ein. Denn wenn wir zu Schaden kommen, können wir nicht den Menschen helfen“, betont Wehrleiter René Schildberg und macht Druck: „Sollte die Problematik bleiben, so bleibt mir nichts anderes übrig, mich für einen neuen Standort einzusetzen.“

Das Lösen dieses Problems hat für den Bürgermeister höchste Priorität am jetzigen Standort und macht deutlich: „Ein Neubau ist nicht beabsichtigt.“ Die Forderung nach einem neuen Geräthaus hörte man an diesem Abend öfters. Als einen neuen potenziellen Standort zieht man die Fläche „Birkenwäldchen“ in Betracht. Ein Vorschlag von Seiten der freiwilligen Feuerwehr. Das „Birkenwäldchen“ ist eine Wiese im Gemeindebesitz an der Ecke August Bebel Allee und Schmöckwitzer Straße. „Ich sehe keine Möglichkeit den jetzigen Standort sicher zu machen und sehe im alternativen Standort ,Birkenwäldchen‘ genug Platz für eine Feuerwache, Stellfläche für Fahrzeuge und einen Übungsplatz“, bezieht Wehrleiter René Schildberg Stellung. Vielleicht kann man die Sicherheitsmängel ansatzweiße beseitigen. Aber für die Parkplatz- und Verkehrsnot gibt es zurzeit keine zufriedenstellende Lösung. Beide Probleme haben einen Hauptgrund – die jetzige Standortgröße. Hier wird es in Zukunft noch viel Gesprächsbedarf geben.

Helfen wird der gute Kontakt zwischen der Feuerwehr und der Gemeindeverwaltung, die unter anderem auf die Zusammenarbeit bei vielen Festivitäten im Ort beruht. Demnächst wieder am 25. März zum 10. Frühlingsfest in Eichwalde zu sehen.

3 Gedanken zu „Jahreshauptversammlung: Feuerwehr kritisiert Sicherheitsmängel im Gerätehaus

  • Donnerstag, 9. Februar 2017 um 19:30
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    Hallo Frau Kröhnert,

    haben Sie schon einmal die Feuerwehr gebraucht? Wenn nein, seien Sie froh. Wenn ja, konnten Sie sich von der sachkundigen und schnellen Hilfe überzeugen. Wir Feuerwehrfrauen und Feuerwehrmänner der FF Eichwalde sind 24 Stunden an 365 Tagen des Jahres bereit, für Sie durchs Feuer zu gehen. Deshalb verstehe ich die Abneigung gegen Ihre Freiwillige Feuerwehr in keiner Weise.

    Dass wir zu den Einsätzen mit Blaulicht und „tatütata“ ausrücken, hat versicherungstechnische Gründe. Das ist gesetzlich so vorgeschrieben. Beim Einsatz muss es schnell gehen und das den Helfern bei der Anfahrt und im Feuerwehrhaus kein gesundheitlicher Schaden zugefügt werden sollte, dass dürfte auch in Ihrem Interesse sein. Hier geht es um die Gesundheit von Ehrenamtlichen, egal wann das Feuerwehrhaus gebaut wurde.

    Der jetzige Standort war ein Kompromiss, gegen den sich die „alten“ und erfahrenen Kameraden von Anfang an ausgesprochen haben. Diese, im o.g. Artikel aufgezeigten gravierenden Mängel, wurden durch einen Aufsichtsbeamten der Feuerwehr-Unfallkasse den verantwortlichen im Rathaus noch einmal vor Augen geführt. Wir bräuchten kein neues Feuerwehrhaus, wenn vor 25 Jahren die richtigen Entscheidungen getroffen worden wären. Ich hoffe Sie haben jetzt etwas mehr Verständnis für unsere Situation.

    Ich lade Sie zum Frühlingsfest der FF Eichwalde, am 25.03.2017, ins Feuerwehrhaus ein. Dort können Sie sich ein Bild von der jetzigen Situation machen und das Gespräch mit den Kameradinnen und Kameraden führen.

    PS. Ich bin auch für den Tunnel.

    Mit freundlichen Grüßen
    Manfred Gerdes
    Gemeindebrandmeister a.D.

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  • Mittwoch, 8. Februar 2017 um 17:29
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    Wie alt ist doch gleich das jetzige Gebäude? Höchstens 20 Jahre, schätze ich mal. Die Parkplatzsituation war damals auch schon die gleiche. Hier fordert die Feuerwehr Millionen für neue Gebäude, während es ihr offenbar egal ist, dass die Eichwalder in Zukunft über eine Brücke die Bahn überqueren müssen. Da fehlt das Geld für einen Tunnel angeblich. Die Anwohner am Birkenwäldchen laufen schon Sturm, wenn einmal im Jahr im Stadion eine Feuerwerksvorführung stattfindet. Den Sturm möchte ich sehen, wenn dort ständig tatütata stattfindet. Immer schön auf dem Teppich bleiben!

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    • Mittwoch, 8. Februar 2017 um 18:36
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      Sehr geehrte Frau Kröhnert,

      Ich bin schon einmal begeistert, dass überhaupt Reaktionen zur Situation bzw. mindestens zum Artikel kommen. Zur Entstehung und dem Alter der Feuerwache können wir gern persönlich sprechen.

      Dass Sicherheitsmängel am, in und um das Gebäude bestehen und auch diese nicht neu sind, sollte aber nicht bedeuten, dass billigend in Kauf genommen wird, dass ehrenamtliche Feuerwehrleute dort gesundheitliche Schäden davon tragen.

      „Das bisschen Tatütata“ zeugt von einer Unwissenheit, die ich Ihnen gern im Gespräch aufhellen möchte. Ich würde mich freuen, Sie zur Gemeindevertretersitzung am 21.2.17 persönlich kennen zu lernen.

      Rene Schildberg
      (Wehrführer)

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