Nachwuchs der Feuerwehr wagte Sprung ins kalte Wasser

Niederlehme. „Retten, Löschen, Bergen, Schützen – 24 Stunden, 365 Tage im Jahr für Ihre Sicherheit“, so lautet der Leitspruch der Freiwilligen Feuerwehr in Niederlehme und wer nach diesem Motto täglich agiert, benötigt auch mit Ausblick auf die Zukunft Nachwuchskräfte für diese schweißtreibende Arbeit. Das letzte Wochenende bereitete die Jugend auf die zukünftige harte Arbeit in der Feuerwehr vor.

Die jungen Feuerwehrleute müssen bei den verschiedenen Übungen zeigen, was sie können. (Foto: Christian Dederke)

„Disziplin, Gehorsam, Vertrauen und Verlässlichkeit. Das sind die wegweisendsten Tugenden im Dienst der Feuerwehr“, erzählt Brandwehrmeister a.D. Rudi Hohnke mit strenger Stimme den Mädchen und Jungen, die junge Zukunft der Feuerwehr über den Grenzen von Niederlehme hinaus. Gerade lauschten die Kinder den Geschichten eines gestanden Feuerwehrlebens, das insgesamt 62 Jahre umfasst, da ertönt plötzlich die Alarmsirene. Kinderblicke tauschen sich aus. „Team 1 ihr müsst zum Einsatz“, hört man von einem Jungen. „Nein, jetzt ist Team 2 dran“, sagt ein Mädchen. Jeder weiß was er zu tun hat, alles wurde eintrainiert und Funktionen ausgelost. Wer ist Maschinist, Melder oder gehört zum Löschzug? Das alles üben die Kinder im Alter von 6 bis 16 Jahren alle 14 Tage bei ihren Übungen. „“Wir möchten sehen wie die Kids das erlernte Wissen im simulierten Ernstfall anwenden. Zudem möchten wir schauen was wir im Training verbessern können“, sagt der Niederlehmer Jugendwart Martin Lehmann. Team 2 rückt aus, verdacht Gasentwicklung aus einem Gebäude. Einsatzkleidung anziehen, auf die Fahrzeuge aufsitzen und dann raus zum Einsatzort. Aus einer in den Vorjahren durchgeführten Tagesausbildung entstand die Idee, mal etwas Abwechslung in die Ausbildung der Jugendfeuerwehren zu bringen. So wurde in einer 24-Stunden Schicht der Arbeitsalltag eines Berufsfeuerwehrmannes und Feuerwehrfrau simuliert. Das führte die Jugendfeuerwehr Niederlehme am letzten Wochenende zum ersten Mal durch. Die Teilnehmer lernen und kombinieren mit Spiel und Spaß.

„Mut, Kraft und Ausdauer zeichnen einen guten Feuerwehrmann aus.“
 > Klar, Direkt und Richtungsweisend –
Rudi Hohnke, Brandwehrmeister a.D. <
Starke Truppe: Die Jugendfeuerwehr Niederlehme samt Ausbildern und Unterstützern vor ihrem Gerätehaus. (Foto: Christian Dederke)

Die Mädchen und Jungen aus dem Team 1 lauschen den Geschichten einerlangjährigen und einsatzreichen Arbeit vom ehemaligen Brandwehrmeister Hohnke. „Als junger Feuerwehrmann musste ich erst mal alles Nebensächliche erledigen, zum Beispiel mit dem Eimer, der Löcher hatte, drei bis viermal Wasser holen. Aber die Zeit ging vorbei“, erzählt er aus seinen Anfängen und möchte den Nachwuchs damit sagen, jeder muss sich beweisen, das die zuvor erwähnten Tugenden in den jeden drin stecken. Voraussetzung um den anspruchsvollen Aufgaben der Feuerwehr gerecht zu werden. Danach folgten Geschichten von eingefangenen Papageien, Majonäse auf der Straße aufwüschen und der Rettung eines Pferdes aus einem Swimmingpool. Jedoch sprach der 77-Jährige auch von den schweren und traurigen Einsätzen in seinem Feuwehrleben.

Brandwehrmeister a.D. Rudi Hohnke erzählte den angehenden Nachwuschskräften der Freiwilligen Feuerwehr Geschichten aus einem langen und erlebnisreichen Leben im Dienst der Feuerwehr. (Foto: Christian Dederke)

Als man zum Beispiel die Toten beim Flugabsturz in Königs Wusterhausen 1972 bergen musste. Dieser Kontrast zeigte den jungen Kameraden wie nah Heiterkeit und Leid in einem Feuerwehrleben zusammen hängen.

Danach kamen die Kinder aus Team 2 aus ihrem Einsatz zurück. „Das war ein Fehlalarm“, erzählt das Team und lauscht noch den letzten Worten von Rudi Hohnke, der unter den Kindern als Vorbild gilt. „Mut, Kraft und Ausdauer zeichnen einen guten Feuerwehrmann aus“, schließt er seinen Einblick in ein Feuerwehrleben ab.

Vorbereitung zur Übung der Rettungsmission im Wasser. (Foto: Christian Dederke)

Der Dienst am Samstag begann mit einem gemeinsamen Einkauf. Danach wurde das gemeinschaftliche  Mittagessen gekocht. Die Ausbildung und die Freizeit beschäftigungen sorgen für eine verbesserte Teamarbeit, um die feuerwehrtechnischen Kenntnisse zu erweitern.

Den Kindern machte dieses Wochenende Spaß. Der zehnjährige Moritz hat viel dazu gelernt und finden es wichtig Menschen  zu helfen. Die zwölfjährige Romy absolvierte in ihrer siebenjährigen Tätigkeit in der Jugendfeuerwehr schon alle Funktionen in der Jugendfeuerwehr und Ole, acht Jahre alt, machte spontan eine Rundführung führ Gäste durch die Feuerwehrwacht. Der Wunsch der Kinder an diesem Tag – Wir möchten eine Wiederholung!

Die Spannbreite der simulierten Einsätze war sehr breit. Von Verkehrsunfall, über einen Brand bis zu einer Rettung einer Person im Wasser. „Wir sind stolz auf unseren Nachwuchs. Sie haben die Einsätze ohne Probleme gemeistert“, sagten die Verantwortlichen der Freiwilligen Feuerwehr Niederlehme. Bürgerinnen und Bürger dürfen beruhigt sein, der Nachwuchs der Feuerwehr hat alles im Griff.

 

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