Quer durch die Boom-Region

Wildau. Zu später Stunde hinter die Werktore von Unternehmen schauen und mit Firmenchefs und Mitarbeitern direkt ins Gespräch kommen? Das alles war möglich am Freitag bei der „Langen Nacht der Wirtschaft“ im Landkreis Dahme-Spreewald. 15 engagierte Unternehmen öffneten ihre Werktore und präsentierten sich mit ihrem Profil, ihren Technologien, Arbeitsprozessen, Produkten und Dienstleistungen. Diese Möglichkeit nutzten an diesem Abend zajlreiche Besucher.

Mit spannenden Experimenten wurden die Gäste des Frauenhofer IAP-Pyco in Wildau begrüßt. (Foto: Christian Dederke)

Landrat und Schirmherr Stephan Loge (SPD) und Gerhard Janßen, Geschäftsführer der Wirtschaftsförderungsgesellschaft (WFG), eröffneten symbolisch die Lange Nacht im Landkreis und luden zu einer Fahrt zum kennlernen von drei Unternehmen ein. „Nutzen Sie die Möglichkeit für einen spannenden Blick hinter die Kulissen, der Ihnen sonst verborgen bleibt“, sagte der Landrat und zugleich ging die Tour zum ersten Unternehmen los.

Startpunkt war der Info-Point am Zentrum für Luft- und Raumfahrt in Wildau. Hier hatte man Gelegenheit, Informationen über die teilnehmenden Unternehmen zu erhalten und sich bei einem kleinen Imbiss zu stärken.

Das erste Unternehmen das Landrat Loge gemeinsam mit Interessierten besuchte, war das Frauenhofer IAP-PYCO gegenüber vom Zentrum für Luft- und Raumfahrt in Wildau. Hier konnte man eine hochmoderne Imprägnieranlage, auf der mit Carbonfasern verstärkte Kunststoffe hergestellt werden, besichtigen.

„Kunst im Bau“ im Terminal des Flughafens „Willy Brand“. (Foto: Christian Dederke)

Die zum Beispiel im Automobilbau, in der Luftfahrt oder im Motorsport eingesetzt werden. Anschaulich wurden für große und kleine Gäste interessante Chemie- und Physikexperimente durchgeführt, mit beindruckenden Effekten. Wie kann man Eis mit Stickstoff her stellen und Blumen mit selbigem Mittel vereisen?

Das nächste Unternehmen hat Eindrucksvolle Zahlen vorzuweisen. 2016 wurden an den Standorten in Berlin-Brandenburg 33 Millionen Passagiere befördert. 84 Airlines verbindet die deutsche Hauptstadtregion mit 178 Zielen in 57 Ländern und ist damit der drittgrößte Flughafenstandort in Deutschland. Bereits heute sind die Flughäfen in Schönefeld und Tegel einer der größten Arbeitgeber. Um auch den zukünftigen Anforderungen im Reiseverkehr gerecht zu werden, wurde der Flughafen Berlin Brandenburg „Willy Brand“ geplant und gebaut in Schönefeld. Engelbert Lütke Daldrup, Vorsitzender der Geschäftsführung der Flughafen Berlin Brandenburg GmbH, begrüßte die Delegation um den Geschäftsführer der Wirtschaftsförderungsgesellschaft und Landrat. Jedoch konnte auch er nicht an diesem Abend der unendlichen Geschichte um die Frage – „Wann öffnet der neue Flughafen“ – ein Ende bereiten. Dabei konnte man bei einem Rundgang durch das Terminal das zukünftige Potential erahnen.

Rundgang durch das Terminal des Flughafens Berlin Brandenburg „Willy Brand“ – mit Blick auf das Flugfeld. (Foto: Christian Dederke)

Zum Abschluss wurde ein Motzener Unternehmen für Kunststoff- und Gummiverarbeitung angesteuert. Das Familien Unternehmen ist seit der 30er Jahren des letzten Jahrhunderts hier ansässig und ist in ganz Europa bekannt für seine hochwertigen Dichtungsringe. Thomas König, Geschäftsführer der Motzener Kunststoff- und Gummiverarbeitung, sieht diesen Tag auch als Aufklärung: „Wir möchten den Bürgerinnen und Bürgern an diesen Tag den verantwortungsvollen Umgang mit Chemikalien zeigen.“ Das besondere Highlight für die Gäste war der Becher aus Kunststoff mit „Formgedächniseffekt“ – wird dieser Becher deformiert, zum Beispiel zusammengepresst, so nimmt er bei Erwärmung einer bestimmten Temperatur seine ursprüngliche Ausgangsform, in diesem Fall des Bechers, wieder ein. Diese Technologie erlangt in Zukunft Bedeutung in der Medizin- und Herstellungstechnologie. Die Mittenwalder Bürgermeisterin Maja Buße (CDU) ist voller Stolz auf die Stadt und ihren Ortsteilen und sieht viele Chancen in der Veranstaltung: „Die Lange Nacht der Wirtschaft schafft Verständnis in der Bevölkerung für Unternehmen, sie dient um Netzwerke zu schaffen und ich hoffe, weitere Unternehmen aus unserer Stadt werden dem Vorbild folgen“, mit dem Hintergrund das sich drei Unternehmen aus Mittenwalde an der langenNacht beteiligten. Die Stadt Mittenwalde hat sich in den letzten 25 Jahren zu einem bedeutenden Wirtschaftsstandort entwickelt und wird auch zukünftig Unternehmensansiedlungen fördern.

Gerhard Janßen, Geschäftsführer der Wirtschaftsförderungsgesellschaft LDS, Mittenwaldes Bürgermeisterin Maja Buße (CDU), Geschäftsführer der Motzener Kunststoff- und Gummiverarbeitung Thomas König, Bundestagskandidatin Sylvia Lehmann und Landrat Stephan Loge (beide SPD, v.l.) im Motzener Unternehmen. (Foto: Christian Dederke)

Zur Delegation von Landrat Stephan Loge und WFG-Geschäftsführer Gerhardt Janßen gehörte auch eine Besuchergruppe aus der Lübbener Partnerstadt Wolsztyn. Die Männer und Frauen sind extra zur Wirtschaftsnacht angereist und nahmen viele Eindrücke mit: „Wir sind begeistert über dieser Transparenz und Offenheit von Unternehmen und werden versuchen, unsere Unternehmen, vorwiegend Familienbetriebe, in der Heimat zu einer solchen Veranstaltung zu motivieren.“

Zum Abschluss fand Landrat Stephan Loge nur lobende Worte: „Ich bin beeindruckt vom Wissensdurst der Menschen und auch über ihre Identifikation mit Unternehmen.“ Diesen Tag der offenen Tür diente sowohl der Nachwuchsförderung als auch den Bürgerinnen und Bürgern Unternehmen in ihrer Umgebung kennenzulernen und zeigte das Dahme-Spreewald eine Boom-Region ist.

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