Johannes Weiss und Stephan Rath geben Kammerkonzert zum Jahresbeginn

Am Sonnabend, 6. Januar 2018, findet um 19 Uhr im Eichwalder Kulturzentrum Alte Feuerwache, Bahnhofstraße 79, das erste Kammerkonzert im neuen Jahr statt. Traditionell ist dieses erste Konzert im neuen Jahr der Alten Musik gewidmet. Der Tenor Johannes Weiss und der Lautenist Stephan Rath haben ihr Programm unter das Thema „Lieder an die Einsamkeit“ gestellt. Es erklingen Lieder des 17. Jahrhunderts aus England, Frankreich, Deutschland und Italien mit Werken von Claudio Monteverdi, John Dowland, Henry Purcell und weiteren.

Der Eintritt kostet 10 Euro für Mitglieder des Freundeskreises Alte Feuerwache Eichwalde e.V. 8 Euro, Schüler und Studenten zahlen 4 Euro. Karten im Vorverkauf gibt es  in der Eichwalder Buchhandlung (Schattauer), Bahnhofstraße 87 (Tel.: 030/6758511)

Johannes Weiss ist vor allem der Musik des 17. und 18. Jahrhunderts verbunden. Neben internationalen Konzert- und Opernengagements kuratiert er das Musikfest Eichstätt und unterrichtet Gesang und historische Aufführungspraxis, zum Beispiel an der International Early Music Summer School in Valtice (CZ). Er studiert zunächst Cembalo und Gambe und gewinnt damit u.a. beim Biagio-Marini-Wettbewerb in Neuburg/Donau, beim Van-Wassenaer-Concours in Den Haag und den Alte-Musik-Wettbewerb der Stiftung Preußischer Kulturbesitz in Berlin. Parallel dazu rückt das Singen in den Fokus, wichtige Impulse erhält er durch das Studium bei H. Fassbender, in Kursen bei C. Prégardien, E. Kirkby und T. Heyer, und im Opernstudio der Pariser Oper. Solo-Verträge führen ihn unter anderem an die Oper Frankfurt, die Opéra La Monnaie Brüssel, das Nationaltheater Prag, die Opéra National de Paris, das Opernhaus Danzig, und die Opéra Monte Carlo. Durch sein vielseitiges Engagement versucht J. Weiss, über das reine »Musik-Machen« hinaus die musikalische Landschaft zu formen und zu prägen; vom Wunsch getrieben, mehr Menschen mit der Lust auf Musik anzustecken.

Stephan Rath unterrichtete von 1991-2010 an der Folkwang Universität Essen die Fächer Laute, Generalbass und leitete Projekte im Alte Musik Bereich. Seit 2017 unterrichtet er an der Hochschule für Musik und Theater in Leipzig. Als Generalbaßspieler wirkte er u.a. bei über 150 Opernproduktionen mit, die er zum Teil auch leitete. Er ist Mitbegründer der Batzdorfer Hofkapelle und einer ihrer musikalischen Leiter. Als Lautenist widmet sich Stephan Rath dem gesamten Repertoire und seinen spezifischen Instrumenten und Spieltechniken vom Mittelalter bis in die Frühklassik. Seine Liebe zur zeitgenössischen Musik findet u.a. ihren Ausdruck in dem anlässlich der Triennale Köln 2007 mit dem Gitarristen und Kompnisten Scott Fields gegründeten Duo. Die Arbeit als Solist und Generalbaßspieler ist auf über 60 CDs und zahlreichen Rundfunk- und Fernsehproduktionen dokumentiert.

Sein besonderes Interesse in Lehre und Konzert gilt der szenischen Umsetzung der Musik in unterschiedlichen konventionellen und experimentellen Formen. In den letzten Jahren zunehmend musikdramaturgische Arbeiten; so erstellte er für die Internationalen Schütz Tage 2011 eine musikalische Fassung der verloren gegangenen ersten deutschen Oper „Dafne“ von H. Schütz auf Grundlage des erhalten Librettos von M. Opitz; im gleichen Jahr das Musiktheaterstück „Eines Schatten Traum“ mit dt. Musikwerken aus dem 30 jährigen Krieg; in 2012 eine Fassung der Oper „Cleofide“ von J.A. Hasse für das Internationale Bachfest Leipzig. Daneben Theaterbühnenmusiken für „Sommernachtstraum“,„Der Geizige“, „Fiesco“ und viele mehr, für die Händel-Festspiele Halle 2014 das völlig neuartige musikdramaturgische Konzept, die interaktive Musiktheaterproduktion „Der Liebeswahn“, eine variable Oper auf Basis der römischen Kantaten G. F. Händels, in der das Publikum über den Ablauf der Handlung bestimmt. (jl)

Fotos: Rath, Gerhard Richter; Weiss, Florian Kneuttigner

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