Schallschutz: Worauf bei der Vereinbarung zur Erstattung der Kosten geachtet werden sollte

Print Print

Hinweise zur Handhabung der Vereinbarung zur Erstattung der Kosten für Schallschutzmaßnahmen

Die Flughafen Berlin-Brandenburg GmbH (FBB) erstattet die Kosten für Schallschutzmaßnahmen der Betroffenen im Umfeld des neuen Hauptstadtflughafens Berlin-Brandenburg International (BBI). Das können Schallschutzfenster und Lüfter, aber auch spezielle Dämmstoffe sein, die auf Kosten des Flughafenbetreibers in Wohnungen und Häuser eingebaut werden. Doch bevor es soweit ist, werden Gutachten erstellt, in welchen Räumen der Eigentümer Anspruch auf welche einzelnen Maßnahmen hat. Will der Eigentümer beispielsweise die Kosten für den Einbau von Schallschutzfenstern und Lüftern erstattet haben, so muss er eine Vereinbarung zur Erstattung der Kosten durch die FBB unterzeichnen. Doch hier ist Vorsicht geboten. Harald Gebauer, Sachverständiger und Energieberater aus Eichwalde, gibt Tipps,worauf man achten sollte, bevor man die Vereinbarung unterzeichnet.

 

Was sollte ich bei Unrichtigen Angaben in der Baubeschreibung beziehungsweise in der Kostenerstattungsvereinbarung (KVE) tun?

Bitte zeigen Sie den Mangel unbedingt schriftlich an und setzen Sie eine angemessene Frist. Führen Sie schriftliche Nachweise per Einschreiben-Rückschein. Denn eine auf falschen Grundlagen ermittelte schallschutztechnische Maßnahme, kann unter Umständen die Wirksamkeit der Schallschutzmaßnahmen in ihrem Gebäude vermindern beziehungsweise diese aufheben. Soweit man Ihnen in Teilen wirksame schallschutztechnische Maßnahmen verweigert, sollten Sie die Berechnungen prüfen lassen.

Ist der Einbau von Lüftern empfehlenswert?

Der Einbau von Lüftern dient der Luftzufuhr bei geschlossenen Fenstern. Es sollte jedoch bedacht werden, dass die eingeströmte Luft nicht beziehungsweise nur ungenügend entweichen kann und so der erforderliche Luftwechsel nicht gesichert ist. In jedem Fall sollte von Ihnen ein Lüftungskonzept gefordert werden. Soweit dies durch die zuständigen Ingenieure nicht erstellt wird, sollten Sie sich einen entsprechenden Berater suchen, der die Berechnungen vornimmt. Eine nicht funktionierende Zirkulation ist falschem lüften gleichzusetzen und kann zu Schimmelpilzen in Wohnräumen und damit zu gesundheitlichen Beeinträchtigungen führen.

Was ist beim Einbau von Lüftungsgeräten in Fertigteilhäusern zu beachten?

Der Einbau von Lüftern in derartigen Konstruktionen ist besonders kompliziert, da im Bereich der Anschlüsse der Lüfter zur Wandkonstruktion bei unzureichender Abdichtung entsprechende Kondensat-Probleme auftreten und diese zur Schädigung der Holzbauteile führen können. Auf die Dichtigkeit der Anschlüsse sollte daher unbedingt geachtet werden. Feuchtigkeit an den Innenwandflächen geben Hinweise auf Undichtigkeiten und sollten der Firma unverzüglich angezeigt werden.

Ich habe keine Fachkenntnisse, ob die Ausführung in Ordnung ist.

Für den Fall, dass Sie Unsicherheiten bezüglich der Ausführung durch die Fachfirma haben, sollten Sie sich an entsprechendes Fachpersonal wenden.

Was ist bei einer Innendämmung der Decken – und Wandflächen zu beachten?

Fordern Sie von der Firma nach der Ausführung der Innendämmung der Wand- und Deckenflächen eine entsprechende Tauwasserfreiheitsbescheinigung. Dies geht in der Regel mit entsprechenden Messungen einher. Auch die Anschlüsse der Fenster und Türen zu den Wänden sollten sorgsam ausgeführt werden.

Gibt es für Maßnahmen, welche ich selbst vornehme entsprechende Zuschüsse?

Soweit die von Ihnen durchgeführten Maßnahmen in Zusammenhang mit der Verbesserung des Wärmeschutzes zum Beispiel Fensterwechsel oder Dämmmaßnahmen stehen, können Zuschüsse unter anderem über die Kreditanstalt für Wiederaufbau im Programm 430 beantragt werden. Das gilt besonders, wenn Sie Eigenleistungen erbringen und die Maßnahmen durch Sie bezahlt werden. Die entsprechenden Fachleute finden Sie über die Website des Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA).

Sollte ich die Verzichtserklärung auf mögliche Regressansprüche unterschreiben?

Bitte lassen Sie alle Dokumente vor Unterschrift durch einen Rechtsanwalt prüfen.

 

Von Harald Gebauer

Print Print

Ein Kommentar zu “Schallschutz: Worauf bei der Vereinbarung zur Erstattung der Kosten geachtet werden sollte

  1. Eindeutige Festlegungen im Planfeststellungsbeschluss!

    Im Planfeststellungsbeschluss (Teil A, S. 105) ist eindeutig festgelegt: „Dass bei geschlossenen Fenstern am Tage im Raum-inneren keine A-bewerteten Maximalschallpegel oberhalb von 55 dB(A) auftreten dürfen“.

    Aus ihr folgt ebenfalls eindeutig, dass der durch die notwendige Schallpegeldifferenz außen/innen bestimmte und durch eine sinnvolle Schalldämmung zu erreichende, zulässige höchste Außen-Maximalschallpegel in den sechs verkehrsreichsten Monaten nicht überschritten werden darf.

    Auf der Seite 562 im Teil C wird weiter festgestellt, „dass die Nichtüberschreitung des Innenwertes Lmax von 55 dB(A) ein von der Planung und Rechtsprechung anerkannter Wert sei“.

    Auf den Seiten 564, 578, 626 wird ausdrücklich wiederholt, „dass Maximalpegel im Raum 55 dB(A) nicht überschreiten dürfen.“

    Wie erfolgt nun die Vorgehensweise der FBS/FBB ?

    In den KEVs werden durch die FBS die erforderlichen Schalldämmungen
    nicht „nach PFB“, d.h. auf „keinen höheren Maximalpegel als 55 dB(A) in den Wohnräumen“ abgestellt, sondern es wird versucht, den notwendigen Aufwand und damit die Kosten für die Schalldämmungsmaßnahmen durch das Zulassen von bis zu „6 möglichen Überschreitungen des zulässigen Grenzwertes“ zu Ungunsten und Lasten der Betroffenen zu minimieren.

    Der Schaden, der dadurch entsteht, beläuft sich entsprechend Nachrechnungen an 26 Objekten in den Schallschutzzonen allein in Bohnsdorf auf durchschnittlich 11 dB(A) von der FBS zu gering angesetzten Außenpegeln (Tag) mit einer Spanne von 7 – 16 dB(A).

    Entsprechender finanzieller und gesundheitlicher Schaden entsteht durch die dadurch bedingten minderwertigen „Schallschutzmaßnahmen“.

    Siehe Veröffentlichung von Prof.Augustin: “Unwahrheiten werden durch ständige Wiederholungen nicht zur Wahrheit!” auf http://www.bvbb-ev.de

    Kommentar Gernut Franke:

    Somit sind fast alle erfolgten Schallschutzmaßnahmen unter falschen Berechnungen erfolgt.

    Was folgt daraus: Jedes Gutachten was nicht die Vorgaben des Planfeststellungsverfahrens erfüllt ist zu beanstanden und entsprechend Einspruch zu erheben!

    Aufpassen liebe Nachbarn und handeln!

    Beste Grüße von Gernut Franke