Fachkräftemangel erschwert Betreuung der Vorschulkinder

Eichwalde. Der Fachkräftemangel macht es der Gemeinde zunehmend schwerer, geeignete Erzieher für die Kindertagesstätten und für den Hort zu finden. Besorgte Eltern fragten bei der Gemeinde nach, wie die Betreuung jener Kinder gelöst wird, die in diesem Jahr eingeschult werden. Sie befürchteten, dass es zu Engpässen für die Vorschulkinder kommen könnte. Sie sind an einer gemeinsamen Lösung interessiert, beteuerten sie gestern während der Sitzung des KiTa-Ausschusses. Derzeit gebe es in Berlin und im Land Brandenburg rund 170 Erzieher, die eine Anstellung suchten, erklärte gestern Peter Schulz, Vorsitzender des KiTa-Ausschusses der Gemeinde Eichwalde. Schulz, der im Job-Center Berlin arbeitet, gab zu bedenken, dass nur sehr wenige der arbeitsuchenden Erzieher geeignet seien. Einige hätten zu hohe Gehaltsvorstellungen, teilweise hätten die Kandidatinnen und Kandidaten lückenhafte Lebensläufe, stünden krankheitsbedingt dem Arbeitsmarkt nicht zur Verfügung oder suchten nur Teilzeitstellen.

Haus der kleinen Strolche, KiTa der Gemeinde Eichwalde. (Foto: Jörg Levermann)
Haus der kleinen Strolche, KiTa der Gemeinde Eichwalde. (Foto: Jörg Levermann)

Personalengpass durch Fluktuation und Krankheitsausfälle

„Trotz des Personalmangels haben wir die Öffnungszeiten unserer Kindertagesstätten nicht verkürzen müssen“, erklärte Heike Sparenberg, Leiterin des Hauptamtes, gegenüber den rund 40 interessierten Eltern. Der Engpass sei dadurch entstanden, dass einige Erzieher gekündigt hätten und Erzieherinnen für lange Zeit erkrankt oder im Mutterschutz seien. Da der Haushalt für das Jahr 2011 erst im Sommer verabschiedet worden sei und damit der Stellenplan erst spät festgelegt worden sei, habe man die offenen Stellen nicht früher ausschreiben können, so Sparenberg. „Wir haben erkannt, dass wir unser Personal für die Kindertagesstätten und für den Hort selbst heranziehen müssen“, erklärte die Hauptamtsleiterin. Es seien drei Stellen für eine berufsbegleitende Ausbildung geschaffen worden. Darüberhinaus habe man Aushilfskräfte eingestellt, um die Situation etwas zu entspannen.

Sparenberg: Wir werden eine Lösung finden

Etwa 45 Plätze hält die Gemeinde in ihren Einrichtungen für die Vorschulkinder bereit. Allerdings sind es derzeit etwa 60 Kinder, die im Sommer eingeschult werden. Man werde, eine Lösung finden, damit alle Kinder, die in diesem Jahr eingeschult werden, das Vorschulprogramm absolvieren können, versicherte Sparenberg.

Eltern bemängeln Planung der Gemeinde

Eine Mutter gab zu bedenken, dass sich das Problem aber auch auf den Hort verlagere, da es auch hier zu wenig Plätze gebe. Einige Eltern bemängelten, dass die Gemeindeverwaltung das Problem nicht schon viel früher erkannt habe. Denn sie verfüge über genaue Zahlen über die Anzahl der Kinder in der Gemeinde und könne somit absehen wie viele Platze heute für Vorschulkinder benötigt werden. Die Eltern waren vor allem daran interessiert eine längerfristige Lösung für ihre Sprösslinge zu finden, denn bereits vor einem Jahr sei es zu Problemen bei der Betreuung in den Kindertagesstätten gekommen.

Im KiTa-Ausschuss sind zu zwei Dritteln Erzieher und Leiter, zu einem Drittel die Vertreter der Eltern und als Träger der Einrichtung die Gemeinde Eichwalde vertreten. Aufgabe des Gremiums ist es unter anderem gemeinsam eine Konzeption zu erarbeiten und weiter zu entwickeln. Darüber hinaus dient es dem Informationsaustausch zwischen Eltern, Erziehern und der Verwaltung.

Neben der KiTa Haus der kleinen Strolche in der Uhlandallee und der Villa Mosaik, ist die Gemeinde Eichwalde auch Träger der KiTa Pinoccio am Zeuthener Winkel. Weitere Kindergärten sind der evangelische Kindergarten Jonas Wal und der Waldkindergarten Eichwalde unter privater Trägerschaft eines Vereins.

 

 

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