Einwendungen und Vorschläge der Bürger sind gefragt

Pläne zur Bebauung an der Badewiese stoßen auf Ablehnung

Eichwalde (korrigiert 12.2.2016). Rund 30 Bürgerinnen und Bürger diskutierten am Freitag in der Villa Mosaik über Pläne den Rand der Badewiese und das angrenzenden Grundstück Lindenstraße 4 zu bebauen. Auch Einwohner aus Zeuthen und Schulzendorf waren gekommen. Dazu eingeladen hatte Alf Hamann, Vorsitzender des Badewiesenvereins Eichwalde. Der nun öffentlich ausliegende Bebauungsplan stößt in der Bevölkerung, bei Vereinen und Anwohnern auf Widerstand.

Rund 30 Bürgerinnen und Bürger diskutierten in der Villa Mosaik über die geplante Bebauung an der Badewiese. (Foto: Jörg Levermann)

Rund 30 Bürgerinnen und Bürger diskutierten in der Villa Mosaik über die geplante Bebauung an der Badewiese. (Foto: Jörg Levermann)

„Es ist gut, dass der Bebauungsplan nun ausliegt und die Bürger Vorschläge und Einwendungen einbringen können“, sagte Hamann. „Die Bebauung sein noch lange nicht beschlossene Sache“, fügte er hinzu. Nach dem ersten Verfahren der öffentlichen Beteiligung werde der Bebauungsplan überarbeitet, beziehungsweise ein neuer Plan zur Bebauung erstellt.

Hintergrund ist der nun im Rathaus ausgelegte Bebauungsplan Nr. 25. Noch bis zum 12. Februar 2016 können Einwohner ihre Vorschläge und Einwendungen dagegen schriftlich im Rathaus einreichen. Die Gemeindevertretung muss sich anschließend mit jedem Argument auseinandersetzen und darüber Abstimmen.

Filetstück am Wasser

„Im Jahr 2007 hatte die Gemeinde Eichwalde das Grundstück an der Lindenstraße 4 erworben“, fasste Hamann die jüngere Geschichte um das Nachbargrundstück der Badewiese zusammen. Das rund 5.000 Quadratmeter große Grundstück am Ufer des Zeuthener Sees mit seiner Bauruine gilt als Filetstück. 550.000 Euro hatte die Gemeinde Eichwalde nach einer Zwangsversteigerung dafür bezahlt. Bereits vor Jahren habe der Verein ein Konzept erarbeitet. Demnach solle das Grundstück lediglich in geringem Umfang mit Gebäuden für Vereine und einer kleinen Gaststätte bebaut werden. Auch kleine Ferienunterkünfte für Kanuwanderer seien demnach eine Option, so Hamann.

Die Gemeindevertretung hatte das Konzept der CUBUS GmbH favorisiert und beschlossen darauf basierend weitere Planungen vornehmen zu lassen und einen Bebauungsplan zu erstellen. Die Eichwalder Nachrichten hatten ausführlich darüber berichtet.

Im Nachhinein habe sich aber die Aufstellung des Bebauungsplans aber als sehr problematisch herausgestellt, denn es handele sich dabei um ein reines Wohngebiet, in dem strengere Lärmschutzrichtlinien gelten, erklärte der Vereinsvorsitzende. Dennoch sei das Projekt der CUBUS GmbH vom Grundprinzip her realisierbar und kompatibel zu den Lärmschutzanforderungen. Problematisch sei aber aus seiner Sicht die Randbebauung der Badewiese und der Bau von Lärmschutzwänden.

Bebauungsplan ist umstritten

Die von der Gemeindevertretung favorisierte Variante 2 des Bebauungsplans sieht unter anderem vor, dass entlang der Lindenstraße Lärmschutzmaßnahmen errichtet werden sollen, ebenso an der linken Grundstücksgrenze der Badewiese Gebäude gebaut werden sollen. Darüberhinaus sind weitere Gebäude an der Grundstücksgrenze der Parzelle Lindenstraße 4 geplant. Nach Ansicht des Badewiesenvereins gehen diese Pläne aber bei weitem über das Maß dessen hinaus, was er sich vorgestellt habe.

Ortschronist Wolfgang Flügge hatte kürzlich seine Einwendungen gegen die Bebauung des Freizeitareals in einer Stellungnahme auf den Punkt gebracht:

„Die Badewiese hat die Höchstgrenze der Kultivierung‘ mit dem Bau der Toiletten und des Spielplatzes erreicht. Sie sollte auch in Zukunft in ihrer naturbelassenen Form verbleiben.“

Darin behauptete Flügge, hinter berechtigten Forderungen der Bürgerinitiative „Pro Linde“ sei von einigen Gemeindevertretern und Personen des öffentlichen Lebens die Bürgerinitiative in der Vergangenheit missbraucht worden. Mit falsch ausgelegten Argumenten habe man versucht, die Interessen eines Investors zur Bebauung dieses Gebietes gegen den Willen der breiten Mehrheit der Bevölkerung durchzusetzen.

Die bereits getroffenen Maßnahmen, Anwohner vor nächtlicher Ruhestörung zu schützen, seien bereits wirksam. Die Politesse der Gemeinde habe dies bestätigt, sagte Flügge.

Es ist sicher glaubhaft, dass die Mitarbeiterin des Ordnungsamtes immer dann, wenn sie vor Ort war, keine Ruhestörungen festgestellt hatte. Aber in der Sitzung des Flughafen- und Ordnungsausschusses am 1. September 2015 lieferte die Ortspolizistin Manja Mück konkrete Zahlen. Zwischen Jahresbeginn und Ende August 2015 sei die Polizei insgesamt zwölf Mal nach Eichwalde zur Badewiese gerufen worden, weil sich Anwohner durch Lärm gestört fühlten. Allein elf mal sei die Polizei im Juli und August zur Badewiese gerufen worden.

Bauruine an der Badewiese auf dem angrenzenden Grundstück Lindenstraße 4. (Archivbild: Jörg Levermann)

Bauruine an der Badewiese auf dem angrenzenden Grundstück Lindenstraße 4. (Archivbild: Jörg Levermann)

Geht es nach dem Willen der Bürgerinitiative „Pro Linde“, soll auf der Badewiese und dem Grundstück Lindenstraße 4 überhaupt nicht gebaut werden. Die Anwohner, die sich in der Bürgerinitiative organisiert haben, befürchten, dass auf dem Grundstück Lindenstraße 4 eine Großgastronomie, Holzwerkstatt und Ferienwohnungen im großen Stil errichtet werden sollen und nur die Interessen des Investors durchgesetzt werden sollen. Das geht aus dem Aufruf hervor, „Pro Linde“ auf ihrer Website kürzlich veröffentlicht hatte. Durch die kommerzielle Nutzung im Rahmen des Tourismusprojekts und durch die massiver Bebauung werde der natürliche Charakter des Geländes verloren gehen, befürchtet die Bürgerinitiative. Darüber hinaus rechnen die Anwohner mit massivem Anstieg des Autoverkehrs während der Badesaison. Von dem Betrieb einer Großgastronomie hatte aber in der Vergangenheit weder der Planer von der CUBUS GmbH noch die Verwaltung gesprochen.

Ortschronist Flügge erklärte, der Bebauungsplan sollte von der Gemeinde komplett zurück genommen werden. Er würde lediglich die geringfügige die Bebauung des Grundstücks Lindenstraße 4 akzeptieren und bezog sich dabei auf die ursprünglichen Ideen der CUBUS GmbH. Demnach würde die Bauruine abgetragen und eine kleine Gastronomie mit Ferienwohnungen im Obergeschoss errichtet. Bei dieser Planung bleibe das Vereinshaus des Anglervereins an Ort und Stelle erhalten.

Trotz unterschiedlicher Auffassung zum Umgang mit dem Seegrundstück und der Badewiese zeigte sich Hamann optimistisch, mit der Bürgerinitiative „Pro Linde“ einen Kompromiss zu finden. Er habe den Eindruck, dass bei den Anwohnern hauptsächlich das Problem nächtlicher Ruhestörungen im Vordergrund stehe.

Weitere Informationen:

Berichte in den Eichwalder Nachrichten zum Thema Badewiese

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